Der politisch heiße September (Rückblick 4/5)

von Swanhild Priestley

Info-Veranstaltung zum Thema Kammer in München: Im Rahmen des Empowerment-Projects berichten Daniela Hoffemann-Kruse und Swanhild Priestley interessierten Therapeuten von ihrer Vision von Therapeutenkammern für jedes Bundesland.

Bild: Die Referenten und Organisatoren des Projekts freuen sich über die gelungene Kooperation

Während die Münchner und der Rest der Welt auf der Wiesn durchdrehten, trafen sich Therapeuten aller Fachrichtungen zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Kammer. Dies Fand im Rahmen des Empowerment-Projects in München statt, einer wiederkehrenden Veranstaltungsreihe mit interdisziplinären Themen. Mehr dazu siehe: www.empowerment-project.de

Dieser Tag wurde von Daniela Hoffmann-Kruse (NRW) und mir (SHS) als Vertreterinnen der Initiative Therapeutenkammer gestaltet. Wir wechselten uns in unserem Vortrag ab und hatten es mit einem so interessierten und offenen Publikum zu tun, dass sich bald eine sehr lebendige Diskussion ergab.
Zentrale Fragen waren: Was ist der Unterschied zwischen Kammer und Verband? Wie finden sich die kleineren Berufsgruppen in der großen Kammer wieder?

Um diese Aspekte zu verdeutlichen, hatte Daniela eine graphische Darstellung einer möglichen Struktur der Therapeutenkammer mitgebracht. Hieraus wird deutlich, dass alle Berufsgruppen vertreten sind und das die kleineren Berufsgruppen ihre Belange gleichwertig duchrsezten können. Wie sich das in der demokratischen Struktur „Kammer“ genau darstellt, dazu folgt in Kürze auch eine genauere Darstellung hier auf der Homepage. 
Auch für die Berufs-Verbände wäre eine Kammer gut. Die Kammer hätte den öffentlich- rechtlichen Auftrag von der jeweiligen Landesregierung ihre Berufsgruppe selbst zu verwalten. Mit einer Kammer könnten sich die Verbände auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und hätten so die Möglichkeit, alle Therapeuten ansprechen.

Es wurde deutlich, dass sich auf diesem Wege auch die Verbände stärken werden und mehr und vor allem aktivere Mitglieder generieren können. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Vom Sein zum Werden“. Dazu habe ich mir Gedanken gemacht und bin über einen Liedtext von Lina Maly gestolpert:

„Denkst du nicht auch
Dass wir was Großes gefährden
Wenn wir aufhören zu werden
Weil wir anfangen zu sein?“
(Einer am Morgen, Lina Maly)

Und ich denke mir, genau darum geht es, nur anders herum: Wir sollten aus dem „wir nehmen hin, wie es ist“ in das „wir entwickeln uns weiter“ gelangen. Dafür brauchen wir allerdings eine Perspektive, eine Vision. Je mehr ich über die Struktur der Kammer lerne, desto mehr erscheint es mir, dass sie eine Basisstruktur für Innovationen und nachhaltige Verbesserungen unserer Profession bilden kann.