Erster Therapie Talk in Rendsburg deckt Versorgungsnotstand auf!

von Redaktion

Am 08.06.17 nahmen angestellte und selbständige Therapeuten die Möglichkeit wahr, Ihre berufliche Situation auf dem ersten regionalen Therapietalk darzustellen. 
Besorgniserregende Einheit bestand darin, dass der Versorgungsnotstand in der Therapie nicht nur droht, sondern schon da ist! Das nächste Treffen findet am Donnerstag, den 6. Juli um 19.30 Uhr statt. 
 
Die geschilderten Berufsumstände machen mehr als deutlich, dass die Situation in den Therapiepraxen so belastend ist, dass weder Zeit noch freier Kopf vorhanden ist, um aktive politische Arbeit zu leisten. Beides wäre aber nötig, um die untragbare Lage endlich zu ändern! 
 
Swanhild Priestley stellte in diesem Zusammenhang das Konzept Therapeutenkammer sowie die schleswig-holsteinische Vereinsarbeit im IGThera-SH (Initiative Therapeuten Schleswig-Holstein e.V. ) vor und konnte alle Anwesenden davon überzeugen, wie wichtig eine gemeinsame Stimme über das Register der Kammer ist. Nur dann können alle Heilmittelerbringer mit starkem Rückhalt in eine gemeinsame bessere Zukunft sehen und erhalten endlich demokratische Mitspracherechte! 
Auch der Aufbau eines Versorgungswerks würde möglich werden, in dem kein Geld an private Versicherer verloren geht. 
Insgesamt stand für alle Teilnehmer fest, dass es schon jetzt sehr wichtig ist, die Politik von der bedrohlichen Lage im Bereich der ambulanten Therapie zu unterrichten und ein richtiger Schritt, sich regional zusammenzuschließen. 
 
Ziele des regionalen Netzwerkes sind: Gegenseitige Hilfe und Gedankenaustausch im Rahmen des Therapie Talks und eines gemeinsamen Verteilers. 
Was heißt Versorgungsnotstand konkret für die Rendsburger Therapiesituation? 
  • In vielen Praxen gibt es seitenlange Wartelisten behandlungsbedürftiger Patienten.
  • Einige Praxen haben einen grundlegenden Aufnahmestopp für Patienten.
  • Viele Praxen führen grundsätzlich keine Hausbesuche mehr durch, weil diese unwirtschaftlich und zu zeitintensiv sind.
  • In allen Praxen werden händeringend Therapeuten gesucht, bei einigen schon seit langer Zeit ohne Erfolg.
  • Beim Arbeitsamt kommen auf eine Anfrage über 40 freie Vollzeitstellen.
  • Kleinere Praxen führt der längere Ausfall einer Kollegin in wirtschaftlicher Hinsicht in eine bedrohliche Situation.
  • Fällt die einzige Inhaberin z.B. des Zertifikats Manuelle Therapie aus, kann diese Leistung gar nicht mehr angeboten werden.
  • Praxisinhaber stehen bis zu 13 Stunden täglich in der Praxis - Büroarbeit am Wochenende.
  • Die Altersversorgung ist bei vielen Therapeuten nicht gesichert.
  • Die Finanzierung der Ausbildungskosten sorgt jahrelang für ein noch geringeres Gehaltsniveau.
  • Die Behandlungsintervalle von 15 bis 20 Minuten in der Physiotherapie sind viel zu kurz, enthalten keine Zeit für Befundaufnahme oder interdisziplinäre Arbeit und führen oft zu unbefriedigenden Therapieergebnissen und einer hohen Stressbelastung des Therapeuten.
  • Längere Behandlungsintervalle dienen lediglich dem Auffangen von bürokratischen Aufwand in Praxen, die sich keine Anmeldekräfte leisten können. 
 
Das nächste Treffen findet am Donnerstag, den 6. Juli um 19.30 Uhr statt. Der Ort wird noch bekanntgegeben. Deswegen ist es ganz wichtig sich anzumelden: entweder über swp@swanhild-priestley.de oder 0174 6946847. Wir bereiten uns darauf vor, die Ergebnisse unserer Talk-Runden am 29.9.17 auf dem landesweiten Therapie-Forum den Therapeuten, Gesundheitspolitikern und Entscheidungsträgern unseres Landes vorzustellen. 
 

Thema unseres nächsten Treffens:
Therapeutenberuf: Anspruch & Wirklichkeit!

Fragestellung: „Warum habt Ihr Euch für den Beruf des Therapeuten entschieden, wird der Beruf Euren einstigen Erwartungshaltungen gerecht und falls nicht, was sind die größten Hemmnisse im Praxisalltag?“

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