Wird Schleswig-Holstein Vorreiter in der Therapie-Branche? Online-Stimmungsbarometer soll die Meinung der Therapeuten abfragen.

Schleswig-Holstein Pressemitteilungen

am 19.12.2018

In Schleswig-Holstein scheint der Weg frei zur Gründung einer Berufskammer für Physiotherapeuten, Logopäden, Podologen, Ergotherapeuten und med. Masseure. Das ist einmalig in Deutschland. Nach langer Zeit besteht nun Konsenz zwischen Gesundheitspolitikern der Fraktionen im Landtag zum Thema "Selbtsverwaltung der Heilmittelerbringer – Ja oder Nein?". Es soll nun abgefragt werden, ob eine ausreichend breite Basis der Therapeuten die Gründung einer Kammer befürwortet.  

Seit vielen Jahren kämpft der Berufstand der Therapeuten/Heilmittelerbringern mit ganz besonderen Herausforderungen. Die äußern sich in fehlender Berufsautonomie sowie Abhängigkeiten von Ärzten und Krankenkassen. So werden die Rahmenbedingungen des Berufes derzeit nicht von Berufsangehörigen selbst, sondern von Fachfremden festgelegt. Obwohl die meisten anderen medizinischen Berufe die Vorteile einer Kammer genießen, gibt es im gesamten Bundesgebiet noch keine „Therapeutenkammer“.

Im November diesen Jahres hatte nun nach Katja Rathje-Hoffmann (CDU) auch Dennys Bornhöft (FDP) grünes Licht für eine demokratisch legitimierte Selbstverwaltung aller Heilmittel-Therapeuten in Schleswig-Holstein gegeben. Die gesundheitspolitischen Vertreter der SPD - Birte Pauls (stellvertretende Fraktionsvorsitzende) - und der Grünen - Dr.med.Merret Bohn - standen der Idee einer Kammergründung bereits längere Zeit aufgeschlossen gegenüber. Wenn Therapeuten in Schleswig-Holstein die Kammer wollen, können jetzt die notwendigen Schritte erfolgen.

So sind alle Therapeuten in einer Vorabfrage aufgerufen ihre Stimme pro oder contra einer Verkammerung abzugeben. Ein Stimmungsbarometer soll ein erstes Bild über die Meinung der Therapeuten geben: therapeutenkammer.de/stimme

Was bringt eine Kammer?
Viele Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseure und Podologen kurz - Heilmittelerbringer - haben sich in den vergangenen Jahren stark gemacht für die Gründung einer „Therapeutenkammer". 

Schlössen sich die sogenannten Heilmittelerbringer unter dem Dach einer Kammer zusammen, so wäre ihr Einfluss ungleich größer und dieses mit gesetzlich verbürgten Rechten. Einen entscheidenden Aspekt bildet hier auch die Möglichkeit der engen Zusammenarbeit mit den Verbänden, die sich in ihren Aufgaben mit den Befugnissen einer Kammer ergänzen.

Physiotherapeutin und Praxisinhaberin Swanhild Priestley von der Initative Therapeutenkammer erklärt: "Die Therapeuten sind am Limit des Erträglichen. Selbst vordergründige Verbesserungen werden durch Manöver im Hintergrund wieder umgeworfen. Es ist an der Zeit, dass Therapeuten selbst Grundlagen ihres schönen Berufes mitgestalten – aber Sie müssen jetzt dazu ihre Zustimmung geben."

Pro und Contra
Bislang spricht sich die Mehrzahl der Befragten für die Kammer aus. Doch es gibt auch andere Stimmen. Gegner der Selbstverwaltung führen immer wieder die Kosten sowie die notwendige Pflichtmitgliedschaft aller Heilmitteltheraputen des Landes an. Sie stellen in Frage, ob in einer Gemeinschaftskammer die kleineren Gruppen, wie zum Beispiel Logopäden, ausreichend vertreten seien.

"In meinen Augen überwiegen die Vorteile. Sinnvolle Verwaltungsformen und ein faires System der Mitsprache für alle Berufsgruppen sind ganz entscheidend. Die Alternative zur Kammer erleben wir bereits heute: Zersplitterung der Meinungen, fehlendes Mitspracherecht sowie eine scheinbar oftmals gewinnorientierte Übermacht von Krankenkassen, Ärzten und der Pharmaindustrie. Diese Situation schadet dem Gesundheitssystem und den Patienten.", so die Meinung von Swanhild Priestley von der Initative Therapeutenkammer.

Informationen
Die Intiative Therapeutenkammer bietet über ihre Homepage vertiefende Informationen und führt weitere Informationsveranstaltungen durch. Falls dies gewünscht wird, besuchen die ehrenamtlich engagierten Therapeuten sogar einzelne Praxen. Ab Februar 2019 sind darüber hinaus Veranstaltungen zu diesem Thema an den Fachhochschulen und Fachschulen der Therapeuten in Schleswig-Holstein geplant.

Homepage: www.therapeutenkammer.de 

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Bilder und Downloads zu diesem Artikel: therapeutenkammer.de/presse

Ansprechpartnerin zum Artikel:
Swanhild Priestley
Physiotherapeutin, Heilpraktikerin, Osteopathin
AG Therapeutenkammer Schleswig-Holstein 
Fon 0174-6946847 


Tagesaktuelle Auswertung der Zustimmung laut unserer Umfrage