Ein Schiff, das uns in die Zukunft bringt

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Die Schüler am Berufskolleg Waldenburg bilden sich eine Meinung zur Therapeutenkammer und sind überzeugt von deren Notwendigkeit für eine selbstbestimmte Zukunft der Therapeuten.

Abbildung: T. Öhrlein dankt Mirjam Volz für ihr Kommen. Foto: C. Lülsdorf

Von Mirjam Volz
Waldenburg, den 04. Februar 2019

An diesem Montagnachmittag fanden sich alle Physiotherapie-Kurse des Berufskollegs in Waldenburg mitsamt den Lehrern im Vortragsraum der Schule ein. Dies passiert hier an der Schule regelmäßig: Heute stellte das fünfte Semester der Auszubildenden das Ergebnis ihrer „Projektarbeit“ vor (Über ein halbes Jahr haben die Auszubildenden selbst Lernvideos mit Physiotherapeutischen Techniken erstellt, die sie nun auf der Homepage allen gegenwärtigen und zukünftigen Mitschülern zur Verfügung stellen - Die Digitalisierung ist auch hier „auf dem Berg“ angekommen!).

Das zweite Thema an diesem Tag lautete: „Therapeutenkammer – ein Schiff, das uns in die Zukunft bringt“. Als Vertreterin der Arbeitsgruppe „Therapeutenkammer für Baden-Württemberg“ durfte ich Schülern und Lehrern die Kammer-Idee vorstellen.

Wichtig ist mir die Ausgangssituation bewusst zu machen, in der wir uns befinden: Fachkräftemangel, Unzufriedenheit vieler Therapeuten, Multimorbidität, aufkommende Akademisierung und Evidenzbasierte Therapie… Die Anforderungen an alle Heilmittelerbringer sind vielfältig und in allen Therapie-Bereichen zu finden: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Podologie und Diätassistenten.

Hinzu kommt eine unübersichtliche Vielfalt an Verbänden, die Ihre Mitglieder, aber leider nur 1/3 der Therapeuten insgesamt vertreten – bislang gibt es keine Institution, die die Selbstverwaltung der Therapeuten auf demokratischer Basis ermöglichen würde… Obwohl genau dies ein lohnenswerter Ansatz für die oben genannten Anforderungen wäre.
Es folgte ein Vergleich der Kammer-Aufgaben und Arbeitsbereichen mit denen von Verbänden, wobei mir wichtig war, zu zeigen, dass sich Kammer und Verbände nicht gegenseitig ausspielen, sondern optimal ergänzen. (Siehe auch https://www.therapeutenkammer.de/faq/ Frage 2 und Frage 9). Zum Abschluss erläuterte ich, welche weiteren Schritte unsere Arbeitsgruppe in Baden-Württemberg plant: Kollegen informieren, das Gespräch mit Politikern und Berufsverbänden suchen, Informationsveranstaltungen zur Kammer organisieren, schließlich eine repräsentative Umfrage starten, und - falls von der Mehrheit der Therapeuten befürwortet - eine Kammer gründen.

Bei der Frage am Ende des Vortrags wer „Stand heute“ für die Therapeutenkammer stimmen würde, waren alle 120 Hände oben.

Herzlichen Dank an die Schulleitung, den Kurs PT70 und deren Berufskunde-Lehrer und Projektbegleiter Herr Öhrlein am BK-Waldenburg für das Ermöglichen dieses Vortrags!

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