Bericht zum Summer-Talk Kammer Light am 03. Juni 2019 im Zollpackhof, Berlin

Berlin

Über 30 Therapeutinnen/en haben sich unter der großen Kastanie am Spreeufer eingefunden, um sich in entspannter Atmosphäre zur Therapeutenkammer auszutauschen. Es waren Therapeutinnen/en aus der Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Podologie gekommen und Schülerinnen/er.

Es wurde schnell deutlich, dass die Teilnehmerinnen/en bei diesem Treffen mit hohen Erwartungen an die Inhalte der Therapeutenkammer gekommen sind. Es kamen nicht die Fragen wie sonst nach den Beiträgen oder wie eine Kammer errichtet wird. Es kamen Fragen wie: wie könnten die hohen fachlichen und ethischen Standards, die eine Kammer für die Therapieberufe aufstellt, aussehen?

Dazu wollen wir uns bei unseren europäischen Nachbarn umsehen, die bereits Kammern haben, und bei der World Confederation for Physical Therapy. Wir müssen das Rad nicht unbedingt neu erfinden.

Angeregt von den Teilnehmern, wollen wir uns auch die Organisationen der Kammern in unseren Nachbarländern mal ansehen. Wir wollen eine moderne Kammer, mit hohen beruflichen Standards in allen Bereichen. Gleichzeitig soll die Kammer beweglich sein, schnell reagieren können. Also nur so viel Bürokratie wie nötig.

Bei den intensiven Gesprächen wurde deutlich, dass evidenzbasiertes Arbeiten und die Befähigung der Patienten, selbst am Gesundungsprozess mitzuwirken, so überzeugende Behandlungserfolge bringen, dass manche Patienten sogar noch vor Beendigung der Verordnung entlassen werden können. Diese Therapie, diese Erfolge, beruhend auf der hohen Qualifikation und Motivation der Therapeuten, machen natürlich zufrieden, sind aber noch viel zu selten. Deshalb war auch die Forderung, dass die Standards der Therapeutenkammer dieses hohe Niveau haben müssten. Einige Teilnehmer forderten, dass die Therapeuten hier mehr Verantwortung übernehmen und die Patienten befähigen müssten, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Also Hands off.

In dem Zusammenhang folgten die Forderungen an eine Kammer nach dem Direktzugang und, die Behandlungszeit selbst bestimmen zu können. Nachhaltige und schnellere Behandlungserfolge sind möglich, wenn Patienten frühzeitig und direkt, ohne Umweg beim Arzt, zu uns kommen können, und wir die Behandlungszeit individuell gestalten können.

Widerstände dagegen und gegen eine Therapeutenkammer wurden bei den Ärzten, der GKV und den meisten Verbänden gesehen.

Die Frage, wie sich die Initiative Therapeutenkammer Berlin zu Ausbildungsinhalten, zur Akademisierung, und zu einem gemeinsamen Grundstudium aller Therapieberufe aufgestellt hat, hat uns kalt erwischt, denn damit haben wir uns in unserem ersten Jahr, in dem wir uns in die Materie Kammer eingearbeitet haben, noch nicht beschäftigen können. Wir brauchen auch dringend Unterstützung durch weitere engagierte Kolleginnen und Kollegen, um die Arbeiten bewältigen zu können! Die Standards werden nicht in der Initiative erarbeitet, sondern in der Kammer, und alle Kolleginnen/en werden daran beteiligt sein. Aber es ist natürlich gut, wenn wir vorab Vorstellungen dazu entwickeln und diskutieren. Und zwar mit allen, den Verbänden, den nichtorganisierten Kolleginnen/en, Angestellten und Selbständigen.

Es gab die Sorge einiger Teilnehmerinnen/en, dass die Therapeutenkammer über die Köpfe der Therapeuten hinweg gegründet werden könnte. Die Sorge konnten wir anhand der wunderbaren Grafik „Partizipation“ vom Berliner Institut für Partizipation ausräumen. Das Credo der Initiative Therapeutenkammer Berlin ist es, dass wir so viele Therapeuten zur Kammer informieren, wie möglich, so dass die Therapeutinnen/en gut informiert über die Kammer abstimmen können. Dieser demokratische Prozess wird etwas Zeit brauchen, aber das ist es wert.
Danach wünschten sich die einige Teilnehmerinnen/er, dass wir in ihren Teams zur Therapeutenkammer informieren, und dass wir noch einen Summer-Talk veranstalten. Was wir auch
machen werden.

Die offiziellen Termine finden Sie immer bei:
https://lvno.physio-deutschland.de/laenderverbund-nordost/termine-lvno-regional oder
www.therapeutenkammer.de/berlin oder Sie schicken uns Ihre Mailadresse für unseren Verteiler an:
therapeutenkammer-berlin@gmx.de Dann bekommen Sie Veranstaltungstermine direkt nach Hause.

Am Anfang stand der Wunsch eines Teilnehmers, dass die Diskussion um die Therapeutenkammer redlich sein möge. Der Wunsch entspricht genau unserer Vorstellung. Nach drei Stunden intensiven Austausches sind wir dann auseinander gegangen.

Wann sehen wir Sie bei einem unserer nächsten Info-Talks?