Infoveranstaltung zum Thema „Therapeutenkammer“ in Bad Salzuflen am 30. Juni 2017

NRW

am 09.07.2017

Das Netzwerk Physiotherapie in Lippe e.V. hatte am 30.Juni 2017 zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Therapeutenkammer (berufsständischen Selbstverwaltung) nach Bad Salzuflen eingeladen. Dazu begrüßte Frank Thilo Niemann, Vorsitzender des Netzwerkes, weit über 30 interessierte und engagierte Therapeuten der verschiedenen Fachrichtungen (Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Masseure, Podologen und Logopäden).

Ort: Bad Salzuflen (Räumlichkeiten des Best Western Hotels)
Organisation: Netzwerk Physiotherapie in Lippe e.V., Frank Thilo Niemann
Datum: 30. Juni 2017 von 15.00 – 17.00 Uhr
Referenten: Ralf Buchner (Geschäftsführer der Buchner & Partner GmbH) & Swanhild Priestley (AG – Therapeutenkammer)
Teilnehmer: Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseure, Podologen

Anmeldung über Thilo Niemann oder Daniela Hoffmann-Kruse in NRW

Die Referenten Ralf Buchner, Geschäftsführer der Buchner & Partner GmbH, und Swanhild Priestley, Mitbegründerin der AG Therapeutenkammer, konnten mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen um die wirtschaftlichen, berufsständischen und politischen Belange der Therapeuten, den Teilnehmern einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation und die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie wichtig die berufsständische Organisation für jeden einzelnen Therapeuten in einer Therapeutenkammer ist. Doch dazu fehlen bislang die notwendigen Strukturen. Am Ende waren sich alle einig, diese schnellstmöglich zu schaffen, damit die Interessen der Therapeuten endlich selbst von diesen vertreten werden können.

Ralf Buchner zeigte auf Basis des Wirtschaftsberichtes 2017 der Bundesregierung die Bedeutung und tragende Rolle der Heilmittelerbringer im Wirtschaftssystem auf. Als viertgrößter Arbeitgeber im Gesundheitswesen bilden therapeutische Praxen mit ihren Inhabern und Mitarbeitern eine tragende Säule. Dem stehen aber steigende Kosten, berufsständische Fremdbestimmung und unauskömmliche Honorare unmittelbar gegenüber. Um diese „Missstandssituation“ ändern zu können, verfügen Therapeuten nicht über die notwendigen demokratisch legitimierten Strukturen in der Gesellschaft.

Um hier etwas ändern zu können, sollten sich die Therapeuten als Heilmittelerbringer zur Sicherung und Festigung der berufsständischen Grundlagen schnellstens die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Eine fundamentale Maßnahme ist die Schaffung einer Therapeutenkammer als zentrale berufsständische Einrichtung. Anwälte, Ärzte, Zahnärzte, Steuerberater und Architekten verfügen schon seit langen Jahren darüber – und das sehr erfolgreich.

Den notwendigen Aufbau, die Funktionen und Aufgaben der Therapeutenkammer und die Einbindung in den gesellschaftspolitischen Kontext in Deutschland wurde ausführlich von Swanhild Priestley erläutert, und anhand realisierter Umsetzungen anschaulich und nachvollziehbar dargestellt. Mit der Therapeutenkammer bestünde dann auch die Möglichkeit sich in die vielen Prozesse des Gesundheitswesens, wie Mitwirkung an Therapeuten betreffenden Gesetzentwürfen, einzubringen und eigenständig die Interessen wahrzunehmen, statt weiterhin tatenlos zuzuschauen und Fremde über den eigenen Berufsstand bestimmen und entscheiden zu lassen. 

Das abschließende Fazit war, „jammern bringt uns nicht weiter“, stattdessen muss die aktuelle Situation der Therapeuten (in NRW) genau analysiert und selbst zukunftsfähig gestaltet werden – mit einer Therapeutenkammer (NRW).

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